10. Weltweite Biografie Konferenz 2019

in Ungarn, Kékvölgy Waldorf Iskola Hrabina utca 8. 2009 Pilisszentlászló, bei Budapest

24. – 25. Juni 2019 Preludium
26. – 30. Juni 2019 Konferenz

„Sieghafter Geist
Durchflamme die Ohnmacht
Zaghafter Seelen.
Verbrenne die Ichsucht,
Entzünde das Mitleid,
Dass Selbstlosigkeit,
Der Lebensstrom der Menschheit,
Wallt als Quelle
Der geistigen Wiedergeburt“

Rudolf Steiner
(Lit.: GA 268, S. 73)

Die Weltweite Biographie Konferenz ist der Förderung von Forschung und Entwicklung der Biographiearbeit auf Grundlage der Geisteswissenschaft gewidmet.

Alle Kolleginnen und Kollegen, die professionell mit biographischer Entfaltung arbeiten, sind herzlich eingeladen, an dem dynamischen, kreativen Prozess der evolvierenden globalen Konferenz-Gemeinschaft teilzunehmen.

Während der beiden Preludium-Tage vor der Welt-Biographie-Konferenz werden Teilnehmende der laufenden ungarischen Biografiearbeitausbildung verschiedene Anlässe organisieren, einen dreifachen Ansatz verfolgend: die Kunst des Nichtwissens, die Kunst der Kommunikation, die Kunst der Umkehrung des Willens. Es sollen keine Antworten gegeben werden, sondern die Bildung weckender und widerhallende Fragen angeregt werden, die inspirierende Begegnungen ermöglichen und einen Kelch bilden, in dem die Gnade der Intuition empfangen werden kann. Wir laden alle Teilnehmenden der Welt-Biografie-Konferenz herzlich ein, auch an diesen zwei Tagen teilzunehmen.

Weitere Informationen und Anmeldung auf der Internetseite der Konferenz:
https://worldwidebiographyconference.com

Broschüre „Was ist Biografiearbeit?“

Die Broschüre können Sie durch Klick auf die Titelseite herunterladen.
Copyright für die Broschüre bei der Berufsvereinigung Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie e. V. Berlin, Copyright für die einzelnen Artikel bei den Autorinnen und Autoren.

Nutzung und Weiterleitung in Digitalform und als Download/Ausdruck zum persönlichen, nicht-kommerziellen Gebrauch erlaubt und erwünscht. Die Druckausgabe kann bestellt werden beim Verlag Ch. Möllmann: info@chmoellmann.de

Wie kann ich meinen Lebensweg verstehen?
Was kann ich daraus lernen?
Wie soll mein Leben in Zukunft aussehen?

Broschüre „Was ist Biografiearbeit?“, 2018

Biografiearbeit bietet vielfältige Möglichkeiten, sich auf die Spur dieser Fragen zu begeben.
Diese Broschüre soll Ihnen dazu dienen, sich über die Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie zu informieren.
Nach einem einführenden Artikel zum Verständnis der Biografiearbeit stellen wir Ihnen Grundthemen aus der Biografiearbeit sowie einige persönliche Ansätze in der Biografieberatung vor.
Für diejenigen, die eine Biografieberatung in ihrem näheren Umkreis suchen oder eine Ausbildung in Biografiearbeit machen möchten, haben wir eine Adressenliste zusammengestellt.
Kurze Erfahrungsberichte aus der Arbeit illustrieren die Biografieberatung von Seiten der Ratsuchenden.
Darüber hinaus bietet diese Broschüre die Möglichkeit, sich über die Berufsvereinigung Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie e.V. (BVBA) und den Berufsverband Biografiearbeit Schweiz (BBAS) zu informieren.
Zur Vertiefung finden Sie außerdem eine umfangreiche Literaturliste
Weitere Informationen und Aktuelles entnehmen Sie gerne den jeweiligen Webseiten:
www.biographiearbeit.de
www.biographiearbeit-bbas.ch

Der Vorstand der Berufsvereinigung Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie e.V.
Sylke Ober-Brödlin
Philip E. Jacobsen
Gemma Priess

Zweiter Bericht über die 13. Arbeitstagung

Voll war der Zug.
Voll waren die Blätter.
Zur nächsten Stunde der Aus-/Umstieg.
Wo Ruhe?
Wo eine leere Seite?
Wo genügend Zeit?

Ein Transformatorenhaus auf dem Feld.
Sechs Kräne an der „Brücke im Bau“ vor Speyers Dom.
Tunnelfahrt und weiße Zelte auf einem Sportplatz.
Wie sich bei diesen Eindrücken an die eben zu Ende gegangene 13. Arbeitstagung der BVBA in der Freizeitschule in Mannheim erinnern?

Ja, gearbeitet werden sollte – zumindest steht es so auf dem Programm:
Körperarbeit, Biografiearbeit, Zukunftsarbeit, Aufräumen.

Flankiert vom „Angereisten Freitag“ und vom „Ausklingenden Sonntag“
war der Samstag einmal gut „gebettet“ und
durch die gemeinsame Arbeit (Zukunftskonferenz/Zukunftsplanung) begleitet – von Hein Kistner –
ein doppelter Feiertag!

Eine Arbeit, die Kraft gab und Freiheit,
frei machte auch von eventuell selbst auferlegten Beschränkungen;
das Ergebnis dieser Arbeit zeigte sich gleich am nächsten Tag,
als „Wünsche“ genannt wurden, was innerhalb oder durch die BVBA angestoßen werden soll.

Ich empfand dieses Wünschen nicht als ein reines Brainstorming
gegen ein leeres Flipchart.
Ich empfand dieses Zusammentragen von „ Wünschen“ als ein Ergebnis der Arbeit am Tage zuvor (Zukunftskonferenz/Zukunftsplanung).
Selbst wenn die präsentierte Arbeitsweise nicht komplett in eine Biografiearbeit übernommen wird, können einzelne Impulse daraus darin einfließen und sie bereichern.

Eine Tagung, die wir getragen haben – jeder auf seine Weise!
Ich kann hier nur für mich schreiben:
Intensiv, Warm.
Ein Wochenende, das umfang-reicher war
als die Tage von Freitag bis Sonntag.

Die Stunde hat gleich ihre ganzen Minuten – ich steige um!

Lothar Flachmann, 04.Oktober 2015

Arbeitstagung der Berufsvereinigung

Nachfolgend zwei Berichte von der 13. Arbeitstagung der Berufsvereinigung Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie e.V.

von Freitag, den 02.10.2015, 17 Uhr – Sonntag, den 04.10.2015, 13.00 Uhr

in den Räumen der FREIZEITSCHULE MANNHEIM
Neckarauer Waldweg 145
68199 Mannheim

Tagungsthema war „Die Zukunftskonferenz“ , vorgestellt von Hein Kistner,
www.hein-kistner.de

Rückwärtiger Raum und Zukunftsplanung

Bericht eines erstmaligen Teilnehmers von der 13. Arbeitstagung der Berufsvereinigung Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie e.V. (BVBA) Anfang Oktober 2015

Was haben rückwärtiger Raum und Zukunftsplanung miteinander zu tun? Mit dieser unausgesprochenen Frage beschäftigten sich die 12 bis 14 Teilnehmenden (Mitglieder und Gäste, vier aus der Schweiz) im Freizeithaus in Mannheim-Neckarau. Der rückwärtige Raum wurde für alle lebendig durch die vielfältigen Schreit- und Stehübungen, die Sylke Ober-Brödlin uns intensiv erfahren ließ. Die geistige Welt, die Nachtwelt, strömt an unseren Rücken heran. Brandet sie an oder kann sie hindurchströmen? Wie durchlässig und aufnahmebereit sind wir in unserem Rücken

für das Geistige? Wie entspannt und offen ist unsere Siegfried-Stelle zwischen den Schulterblättern? Mit solchen Fragen wurden wir im Stehen, Vorwärtsschreiten im Fersen- oder Ballengang und Rückwärtsgehen konfrontiert. Dieses bewusste Bewegen mündete jeweils in die Bewegungsmeditation „Ich denke die Rede“ von Rudolf Steiner.

Derart „aufgeweicht“ und aufgeweckt wendeten wir uns beschwingt und konzentriert den die Zukunftsplanung betreffenden Arbeitsfragen zu. Hein Kistler führte uns in die Methode der Zukunftsplanung oder -konferenz ein, bei der es darum geht, konkrete Zukunftsziele und -schritte zu erarbeiten. Ein Gastgeber – möglicherweise ein Mensch mit Behinderung – lädt Freunde ein, um mit ihnen – unterstützt durch einen Moderator und ausgehend von seiner erzählten Biografie und daran anschliessenden Wünschen der Gäste – seine eigenen Zukunftsvisionen und -ziele und dahin führende konkrete Schritte zu entwickeln. Hilfreich dabei ist die Unterscheidung der beiden – von Stefan Brodbeck geprägten – Zukunftsbegriffe „Futurum“ (wohin sich die Gegenwart entwickelt, Evolution nach Rudolf Steiner) und „Adventum“ (was auf die Gegenwart zukommt, Involution nach Rudolf Steiner). Hein Kistler ließ uns in seiner wohltuenden, bedächtigen und bedachten Art die Methode erfahren und verstehen. Es geht dabei um die für die Biografiearbeit bedeutsame Frage, wie sich aus dem bisherigen Lebensweg zukünftige Lebensschritte finden bzw. erschließen lassen.

Die andere Zukunftsplanung betraf die BVBA selber. Am ersten Abend tauschten wir uns aus über die Frage: „Wie kommt die Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie in öffentliche Einrichtungen?“ Dabei kamen andere Formen von Biografiearbeit, wie zum Beispiel in der akademischen Heilpädagogik oder in der Altenpflege, zur Sprache wie auch neueste behördliche Forderungen nach Dokumentation von Biografien der Bewohner in sozialtherapeutischen und heilpädagogischen Einrichtungen. Auch ging es um Abgrenzung der Biografiearbeit gegenüber Coaching und Events mit biografischem Zusammenhang zur „Selbstoptimierung“ in Wirtschaftsunternehmen. Das Gespräch lief auf die Frage hinaus, welche Identität und welches Selbstverständnis Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie hat und wie sie diese kommuniziert.

Der Morgen des dritten Tages war möglichen Zukunftsaufgaben der BVBA gewidmet. Die Teilnehmenden äußerten dazu ihre Wünsche, ungeachtet deren Realisierbarkeit. Aus dem bunten Strauß von Wünschen seien zwei herausgegriffen: die Wissenschaftlichkeit von Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie und Aspekte der Ausbildungsgestaltung. Will unsere Art der Biografiearbeit in der heutigen Welt bestehen, muss sie sich ihrer eigenen (geistes)wissenschaftlichen Grundlagen bewusst werden, um sich gegen den akademisch-naturwissenschaftlichen Herrschaftsanspruch und dessen Dogma zu behaupten. Zu diesem Thema wird im nächsten Mitgliederbrief ein eigener Bericht erscheinen. Weiter wurden Wünsche und Ideen zur Biografiearbeitausbildung bewegt. Dabei ging es um ein Ausbildungskollegium innerhalb der BVBA, um neue Ausbildungsformen, in denen sich Gruppen von Auszubildenden ihre Dozenten aus einem Kompetenzpool der BVBA holen, oder um Möglichkeiten, sich mit anerkannten Ausbildungsinstitutionen, wie z. Bsp. Universitäten, zu vernetzen. Die Frage des Kompetenzpools wird vom Vorstand weiterverfolgt.

So ergaben sich aus der Verbindung von rückwärtigem Raum und Zukunftsplanung eine fruchtbare und alle Teilnehmenden befriedigende Arbeitsstimmung mit konkreten, weiterführenden Arbeitsergebnissen. Allen Organisator(inn)en sei herzlich für die gute Organisation – Walter Seyffer für Räumlichkeiten und Verpflegung – und klare Leitung – Sylke Ober-Brödlin und Gemma Priess – gedankt. Es war herzerwärmend und kräftigend, mit Gleichgesinnten solch wichtige Fragen gemeinsam zu bewegen. Schön, dass es schon vom 29. April bis 1. Mai 2016 in Berlin weitergeht.

Philip Jacobsen, Dornach (Schweiz)